Wie entsteht angeborenes Verhalten?

Hierzu gibt es ein Beispiel aus der Forschung zur Epigenetik.

Da ich kein Freund von Tierversuchen bin, führe ich dieses Beispiel hier nur deshalb an, weil es so simpel den Werdegang von Verhaltensvererbung aufzeigt, dass wirklich jeder es verstehen kann. Außerdem ist es ein vergleichsweise harmloser Versuch, wenn ich daran denke, dass ich vormals als Biologiestudentin noch Frösche sezieren sollte, was ich abgelehnt hatte.

Ein zwittriger Wurm wurde in eine Schachtel mit einem Deckel getan, mit allem, was er so brauchte. In seinem Reich befand sich auch als Versteck geeignetes Material und es war dunkel, solange der Deckel geschlossen blieb.

Nun ärgerte man ihn jedes Mal, wenn man den Deckel wegnahm und der Wurm den Lichtreiz gemeinsam mit dem Stress wahrnahm. Nach einigen Malen dieser Licht=Stress-Aktionen nahm der Wurm diese nicht mehr hilflos hin, sondern entschwand in das Versteck, sobald sich der Deckel öffnete und das Licht einfiel… jetzt war der geeignete Moment zur Kinderstubeneröffnung erreicht, man ließ den Wurm sich fortpflanzen.

Die Wurmkinder nun hatten welches Verhalten mit in die Wiege gelegt bekommen? Richtig …sie entschwanden sofort in das Versteck, sobald sich der Deckel hob und der Lichtreiz kam… das dem Elterntier vorher zugefügte Ärgernis war hier erst gar nicht nötig. Sie hatten eine in der Vorgeneration erworbene Vermeidungsstrategie sofort zur Verfügung.

Genauso funktioniert dies auch bei uns Menschen von einer Generation zur anderen, auch wenn so manch einer den Vergleich mit einem Wurm nicht mögen wird.

Foto wurm verhalten angeboren