Blutegeltherapie

Sehr lange schon wussten die Menschen verschiedener Kulturen, die erstaunlichen Heilkräfte dieser Ringelwürmer der Klasse Egel (Hirudinea) für sich zu nutzen. Tiere wissen übrigens instinktiv um die Heilwirkung der Egel, sie suchen bewusst Gewässer auf, in denen die eleganten Schwimmer leben, um sich von ihnen „behandeln“ zu lassen.

Ich verwende für Behandlungen die Egel der Biebertaler Blutegelzucht, die eine pharmazeutische Einstufung als „Fertigarzneimittel“ besitzen. Diese Bezeichnung verdienen sich die Tierchen durch ihren Speichel, den sie bei ihrem Saugvorgang in die Bisswunde abgeben und welcher vermutlich mehr als 100 biologisch aktive Substanzen enthält, die vielfältige Heilungseffekte im Organismus des Wirtes hervorrufen.

Das nachgewiesene therapeutische Potenzial der Blutegel:

  • Anregung des Blut- u. Lymphstromes, Entstauung und Entgiftung
  • zeitlich begrenzte Hemmung der Gerinnung und oft zeitlich unbegrenzte deutliche Schmerzlinderung bis zur Beschwerdefreiheit (besonders bei allen Gelenksymptomen von Arthrosen bis Kniegelenkserguss u.a.)
  • blutdrucksenkend, durchblutungsfördernd, entzündungshemmend, immunmodulierend, lipolytisch, fibrinolytisch, antisklerotisch, Thromben auflösend und die Nervenneubildung fördernd
  • antidepressiv wirksam
  • reflexzonenbezogen die inneren Organe positiv beeinflussend

Die Heilwirkung entsteht durch die Kombination aus Biss, Saugvorgang und Speichelsubstanzen und der Reaktion des Organismus darauf. Es kommt zu einer tiefwirkenden Umstimmungsreaktion im Umfeld des Bisses und durch den Entzug von Lymphe und der damit angeregten Lymphbewegung zu einer Reinigung und Entlastung des Interzellularraumes.

Vor allem die Anregung von Nervenbildung und Durchblutungsförderung machen die Egel interessant für die Wiederherstellungschirurgie, wofür sie besonders in Russland regulär angewendet werden.

Im alltäglichen Gebrauch einer heilkundlichen Praxis sind sie vielseitig einsetzbar und können bei allen Arthrosen und Arthritiden, Gelenksergüssen, nach Frakturen, postoperativen Hämatomen, bei einer Sudeckdystrophie, Gicht, Verstauchungen, Krampfaderleiden, Hämorrhiden, Bluthochdruck und Angina pectoris, auch nach Herzinfarkt, akuten infektiösen Hauterkrankungen, Migräne, Mittelohrentzündung, Gürtelrose, Polyglobulie, PMS, Dysmenorrhoe, Amenorrhoe, Wechseljahresbeschwerden u.a. hervorragende Dienste leisten.

Bei folgenden Situationen dürfen Blutegel nicht bzw. nur eingeschränkt angewendet werden:

  • Blutgerinnungsstörungen sowie Einnahme blutverdünnender Mittel, außer ASS u. Clopidogrel
  • Anämien, grippaler Infekt, Menstruation und Schwangerschaft
  • bekanntes Magengeschwür
  • fortgeschrittene chronische Erkrankungen und Immunsuppression
  • bekannte allergische Disposition, besonders auf tierisches Eiweiß (dies kann mittels Biodekodieren behoben werden)

Bei bekannter Anaphylaxie in der Vorgeschichte eines Patienten dürfen Blutegel auf keinen Fall eingesetzt werden.

Quellenangabe: ich habe mir für diese Darstellung gerne einige Informationen aus dem empfehlenswerten Therapeutenhandbuch für Hirudotherapie meiner blutegeltherapeutischen Lehrerin Dr. Magdalene Westendorff und ihrer Kollegin D. Kaehler Schweizer herausgearbeitet.