Augendiagnose und Pflanzenheilkunde

Die Augendiagnose oder auch Iridologie ist eine alte Methode der Hinweisdiagnostik, die seit ca. 150 Jahren durch die Forschungen des Budapester Arztes Dr. Ignaz v. Peczely auch im deutschsprachigen Raum Ärzte, Heilpraktiker und Laien begeistert, welche sie nicht unerheblich weiterentwickelt haben. So gibt es heute eine stattliche mittlerweile historische Riege von hochbegabten Persönlichkeiten, die sich dieser faszinierenden Technik annahmen und deren Lebensaufgabe sie wurde. 

Hierzu zählen so bekannte Namen wie Pastor Emanuel Felke, auch der „Lehmpastor“ genannt, die Pastorenfrau Magdalene Madaus, auf welche der bekannte Arzneimittelbetrieb Madaus zurückgeht, ihre Tochter Eva Flink, die mit einer Augendiagnoseschule in Dresden eine große Anzahl an qualifizierten Anwendern ausbildete. Rudolf Schnabel, Josef Angerer, Josef Deck, Ernst H. Kabisch sind weitere große Entwickler dieser Methode. 

Meinen Lehrer Klaus Krämer, der an der Josef-Angerer-Schule in München gelernt hat, möchte ich hier natürlich ebenfalls erwähnen, war er doch ein großartiger Anwender und Lehrer dieser wunderbaren Methode. Mit großer Dankbarkeit denke ich an seine letzten Lebensjahre zurück, in welchen er uns Absolventen und auch bereits gestandenen Heilpraktikern unermüdlich trotz seiner Erkrankung u.a. monatliche Supervisionsabende eigener Fälle abhielt und uns sein unschätzbares Wissen schenkte.

Das Wunderbare an der Augendiagnose ist ihr „Glaskugel“-Charakter – im positiven Sinne – denn wir können nur an dieser Stelle des Körpers in das lebendige Bindegewebe schauen und erhalten dort einen umfassenden, detaillierten, gänzlich individuellen Einblick in die ererbte und erworbene Konstitution dieses einen Menschen. Bis ins Letzte aufgefaltet liegt die Iris wie eine Landkarte der vorliegenden Situation in Vergangenheit, Jetzt und möglicher Zukunft in einer Fülle an Hinweisen vor dem kundigen Betrachter. 

Wir erkennen Stärken und Schwächen, Tendenzen, akute Prozesse, ebenso abgelaufene und chronische. Lange bevor sich etwas klinisch zeigen würde, kann hier vorbeugend gezielt u.a. mit der Pflanzenheilkunde therapiert werden, dazu wurde von oben genannten Augendiagnostikern „das Teerezept aus dem Auge“ als Therapeutikum erkannt.

Sie bekommen also nach einer Augendiagnose in meiner Praxis Ihren ganz persönlichen Heiltee von mir rezeptiert. Im Verlauf der Behandlung wird der Tee dann jeweils angepasst.

Jeder kennt ja mindestens Kamillentee, Fencheltee und Pfefferminztee als Hausmittel. In der Phytotherapie werden mehrere Pflanzen für einen Arzneitee in unterschiedlicher Menge zusammengemischt, sodass die Vorzüge der einzelnen Pflanzen gebündelt ihre Wirksamkeit entfalten. Bekannt ist, dass die ganze Pflanze immer bessere Wirkungen zeigt, als einzelne isolierte Inhaltsstoffe, sodass ich auch vom Wesen der Pflanzen ausgehend, neben den biochemischen Fakten, ein Teerezept erstelle.

Solch ein Tee kann eine sehr wirksame Arznei sein, viele Symptome deutlich verbessern und manche konventionelle Arzneimittel komplett ersetzen.

Denn: Für jede Krankheit ist (mindestens) ein Kraut gewachsen.

Phytotherapie